Einsatz "11/2025 - LKW Brand auf A2"
LKW im Vollbrand
Flammen, Detonationen und eine Ladung Mandarinen – eine Nacht, die uns in Erinnerung bleibt
Am Abend des 5. April wurden wir um 20:16 Uhr gemeinsam mit den Ortsfeuerwehren Pietzpuhl und Möser zu einem gemeldeten Lkw-Brand auf der Bundesautobahn 2 in Fahrtrichtung Berlin alarmiert. Bereits auf der Anfahrt waren tiefschwarze Rauchwolken und ein Feuerschein am Himmel zu erkennen – das ließ nichts Gutes erahnen.
Vor Ort bestätigte sich die Lage: Eine Sattelzugmaschine stand in Vollbrand. Das Feuer hatte bereits auf den Auflieger übergegriffen – die Ladung: Palettenweise Mandarinen. Der Fahrer konnte sein Fahrzeug glücklicherweise noch auf dem Standstreifen zum Stehen bringen und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Noch während wir uns einen Überblick verschafften, detonierten nacheinander mehrere Reifen des Sattelzugs mit einem gewaltigem Knall. Aus Sicherheitsgründen sperrten wir die Fahrbahn in Richtung Berlin, um sowohl uns als auch die nachrückenden Kräfte sowie andere Verkehrsteilnehmer zu schützen.
Gleichzeitig bemerkten wir mit Sorge, dass die Flammen aufgrund der enormen Hitzestrahlung und Funkenflug bereits auf die Vegetation hinter der Lärmschutzwand übergriffen. In der aktuellen Trockenphase hätte sich das Feuer dort rasend schnell weiter ausbreiten können – ein Szenario, das wir mit aller Kraft verhindern mussten.
Wir begannen sofort mit der Brandbekämpfung an der Zugmaschine und dem Auflieger – unter schwerem Atemschutz und mithilfe von Druckluftschaum (CAFS). Parallel dazu übernahm die OF Möser den Kampf gegen die Flammen im Bereich hinter der Lärmschutzwand.
Durch den enormen Löschwasserbedarf wurde die Versorgung rasch zur Herausforderung. Deshalb forderten wir die Feuerwehren Schermen und Körbelitz nach. Diese richteten am Kindergarten Neukülzau eine stabile Wasserentnahmestelle ein. Im Pendelverkehr wurden unsere Fahrzeuge über mehrere Stunden zuverlässig mit Löschwasser versorgt. Auch das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Burg wurde hinzugezogen, um die Wasserversorgung weiter zu stabilisieren.
Ein wertvolles Hilfsmittel stellte die Drohne der Führungsunterstützungseinheit der Ortsfeuerwehr Pietzpuhl dar. Sie half uns, Glutnester in der Böschung hinter der Lärmschutzwand schnell zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.
Nachdem der Brand gegen 21:30 Uhr unter Kontrolle war, begannen die aufwendigen Nachlöscharbeiten. Der Sattelzug musste vollständig entladen werden, um sämtliche Glutnester in der Mandarinenladung ablöschen zu können. Allerdings verzögerte sich dieser Schritt erheblich, da es zunächst Probleme bei der Organisation eines Bergungsunternehmens gab. Die Frage der Kostenübernahme für das Entladen musste erst durch die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten geklärt werden – ein Prozess, der rund eineinhalb Stunden in Anspruch nahm. Als das Bergungsunternehmen mit der benötigten Technik schließlich gegen 01.45 Uhr Vor-Ort war, konnte mit der Entladung begonnen werden. Zuvor wurden die ersten Einheiten wie Möser, Burg und Körbelitz aus dem Einsatz entlassen, das FTZ Burg übernahm bereits vor Ort den Tausch von Atemschutzgeräten und Schlauchmaterial.
Gemeinsam mit den Ortsfeuerwehren Schermen und Pietzpuhl sicherten wir bis etwa 03:50 Uhr die Bergungsarbeiten und löschten dabei gezielt letzte Glutnester ab. Erst danach konnten wir den Rückweg zum Gerätehaus antreten. Doch an Schlaf war noch nicht zu denken. Umfangreiche Reinigungsmaßnahmen, das Auffüllen von Wasser, Schaummittel und Schlauchmaterial sowie die Einsatzdokumentation nahmen weitere Zeit in Anspruch. Gegen 05:30 Uhr war unsere Einsatzbereitschaft schließlich wieder vollständig hergestellt.
Dieser Einsatz forderte uns auf allen Ebenen – körperlich, technisch, logistisch. Aber er zeigte auch eindrucksvoll, was möglich ist, wenn viele Feuerwehren gemeinsam, koordiniert und hochmotiviert zusammenarbeiten. Durch den entschlossenen und professionellen Einsatz aller Beteiligten konnten wir Schlimmeres verhindern.
Wir danken allen eingesetzten Kräften für die reibungslose und kameradschaftliche Zusammenarbeit – und unserem eigenen Team für den unermüdlichen Einsatz bis in die frühen Morgenstunden.




