Erste Hilfe bei der Jugendfeuerwehr Lostau – Lebensretter von Morgen gut vorbereitet
Am 22.02.2025 zum Ausbildungsdienst der Jugendfeuerwehr Lostau stand ein besonders wichtiges Thema auf dem Plan: Erste Hilfe. Unter der fachkundigen Anleitung von Pascal Denda, Notfallsanitäter und Organisatorischer Leiter vom Rettungsdienst des Landkreises Jerichower Land und Niklas Göhring, Notfallsanitäter und Disponent in der Leitstelle vom Rettungsdienst und Feuerwehr des Landkreises Jerichower Land, erhielten die jungen Nachwuchsretter einen umfassenden Einblick in lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Was ist überhaupt ein Notfall?
Zu Beginn der Ausbildung klärten die Ausbilder die zentrale Frage: „Was ist überhaupt ein Notfall?“ Die Jugendlichen lernten, dass ein Notfall immer dann vorliegt, wenn eine Person plötzlich schwer erkrankt oder verletzt ist und dringend Hilfe benötigt. Dabei wurde verdeutlicht, dass Notfälle im Alltag jederzeit und überall auftreten können – sei es durch Unfälle, plötzliche Erkrankungen oder gefährliche Situationen wie Brände.
Muss man denn Erste Hilfe leisten?
Eine weitere wichtige Frage wurde ebenfalls diskutiert: „Muss man denn Erste Hilfe leisten?“ Hierbei wurden die rechtlichen Grundlagen erläutert. Pascal Denda klärte die Jugendlichen darüber auf, dass in Deutschland eine gesetzliche Verpflichtung zur Ersten Hilfe besteht. Wer bei einem Notfall wegsieht und nicht hilft, macht sich strafbar. Doch nicht nur aus rechtlicher Sicht sei das Helfen wichtig – auch aus moralischer Verantwortung heraus sei es selbstverständlich, anderen in Not zu helfen.
Notfall Erkennen und Helfen – Das Disco-Prinzip
Um im Ernstfall sicher und richtig zu handeln, wurde den Jugendlichen das Disco-Prinzip nähergebracht:
Anschauen – Situation und Verletzte Person beobachten: Ist Gefahr im Verzug? Was ist passiert?
Ansprechen – Kontakt aufnehmen: „Hallo, können Sie mich hören?“
Anfassen – Vorsichtiges Rütteln an der Schulter, um eine Reaktion zu prüfen.
Dieses einfache Schema hilft dabei, bewusstlose Personen schnell zu erkennen und daraufhin lebensrettende Maßnahmen einzuleiten.
Wie setze ich einen Notruf ab?
Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung war das korrekte Absetzen eines Notrufs. Welche Fragen sollten beantwortet werden können.
Was ist passiert? (Unfall, Verletzung, Brand, etc.)
Wo ist es passiert? (Genaue Ortsangabe)
Wer ruft an? (Name und Rückrufnummer)
Wie viele Personen sind betroffen?
Welche Art von Verletzungen oder Erkrankungen liegen vor?
Warten auf Rückfragen! Nicht auflegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet hat.
Anhand praktischer Beispiele wurde den Jugendlichen das Absetzen eines Notrufs verdeutlicht. So gewannen so mehr Sicherheit im Umgang mit solchen Situationen.
Praktischer Teil – Selbst Hand anlegen und üben
Nach der Theorie folgte der spannende praktische Teil, bei dem die Jugendlichen das zuvor Gelernte selbst ausprobieren konnten.
Übung des Disco-Prinzips mit stabiler Seitenlage
Im ersten praktischen Teil konnten die Nachwuchsretter das Disco-Prinzip anwenden und anschließend die stabile Seitenlage üben. Dabei wurde geprobt, wie eine bewusstlose, aber noch atmende Person in eine sichere Lage gebracht wird, um die Atemwege freizuhalten und Ersticken zu verhindern.
Reanimationstraining an der Übungspuppe
Ein besonderes Highlight war das Reanimationstraining an einer Übungspuppe. Unter professioneller Anleitung lernten die Jugendlichen, wie man eine Herzdruckmassage korrekt durchführt:
Frequenz: 100 bis 120 Mal pro Minute
Drucktiefe: ca. 5 bis 6 cm
Rhythmus: 30 Mal drücken, dann 2 Mal beatmen
(sofern man sich das zutraut und es sicher möglich ist)
Hierbei wurde auch auf den Einsatz eines Automatischen Externen Defibrillators (AED) eingegangen und dessen Anwendung kurz erklärt.
Wundversorgung – Von Druckverband bis Armschlinge
Ein weiterer praktischer Schwerpunkt lag auf der Wundversorgung. Den Jugendlichen wurde gezeigt, wie man Druckverbände anlegt, um starke Blutungen zu stoppen. Mit einem Dreiecktuch eine Armschlinge für verletzte Arme und Schultern improvisiert. Besonders spannend war es, sich gegenseitig zu verbinden. So konnten die Jugendlichen direkt erfahren, wie es sich anfühlt, einen Verband zu tragen und wie wichtig die richtige Fixierung ist.
Fazit – Gut gerüstet für den Ernstfall
Die Erste-Hilfe-Ausbildung der Jugendfeuerwehr Lostau war ein voller Erfolg. Dank der engagierten und kompetenten Anleitung von Pascal Denda und Niklas Göhring sind die Jugendlichen nun gut auf Notfälle vorbereitet und wissen, wie sie im Ernstfall sicher und schnell helfen können. Die Jugendfeuerwehr Lostau bedankt sich herzlich bei den beiden Ausbildern für ihre Zeit und ihr Engagement. Ein besonderer Dank gilt auch den Jugendlichen, die mit viel Interesse und Engagement bei der Sache waren. Sie haben gezeigt, dass man nie zu jung sein kann, um Leben zu retten!