Einsatz "05/2026 - Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr"

 Gebäudebrand in Schermen - Dachstuhl im Vollbrand

Gebäudebrand in Schermen - Dachstuhl im Vollbrand


Einsatztitel
05/2026 - Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr
Alarmierung
am 05.02.2026 um 00:12 Uhr
Einsatzende
am 05.02.2026 um 05:10 Uhr
Einsatzort
Gemeinde Möser - Ortsteil Schermen
Beschreibung des Einsatzes

In der Nacht auf den heutigen Tag wurde die Ortsfeuerwehr Lostau im Rahmen des 05. Einsatzes im Jahr 2026 zu einem dramatischen Brandereignis alarmiert, das den Einsatzkräften alles abverlangte: Bei klirrender Kälte und einsetzendem Eisregen wurde um 00:12 Uhr die Drehleiter (DLK) der Ortsfeuerwehr Lostau gemeinsam mit den Ortsfeuerwehren Schermen, Pietzpuhl und Möser zu einem gemeldeten Gebäudebrand mit Personen in Gefahr alarmiert – ein sogenanntes Feuer Y. 

Bereits auf der Anfahrt war spürbar, dass bei dieser Lage jede Minute zählen würde. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle bestätigte sich die Befürchtung auf erschütternde Weise: Der Dachstuhl beider Doppelhaushälften stand auf der Rückseite des Gebäudes bereits in Vollbrand. Flammen schlugen in die Nacht, begleitet vom Knistern brennender Dachkonstruktion und dem tückischen Mix aus Frost und Eisregen, der die Arbeiten zusätzlich gefährlich machte. Unser Hauptaugenmerk galt in dieser ersten Phase konsequent der Menschenrettung – denn bei „Personen in Gefahr“ hat die Rettung von Menschenleben oberste Priorität.


Unmittelbar wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, um einen sicheren Rettungsweg zu schaffen. In dieser Ausnahmesituation machten vier Personen an einem Dachfenster auf sich aufmerksam – alle anderen Fluchtmöglichkeiten waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschnitten. Über die Drehleiter gelang es uns, die Betroffenen schnell und kontrolliert aus dem Gefahrenbereich zu retten und in Sicherheit zu bringen. Die Familie aus der anderen Doppelhaushälfte konnte sich glücklicherweise noch eigenständig aus dem brennenden Gebäude befreien.

Um 00:50 Uhr wurden weitere Kräfte der Ortsfeuerwehr Lostau nachalarmiert, um die Einsatzstelle personell zu verstärken, Ablösungen zu ermöglichen und die umfangreichen Maßnahmen bei dieser Lage sicher durchführen zu können. Insgesamt waren 39 Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehren Pietzpuhl, Schermen, Lostau und Möser im Einsatz.
 

Während sich die geretteten Personen in Sicherheit befanden und betreut werden konnten, wurde der Einsatzfokus unmittelbar auf die Brandbekämpfung verlagert. Im Anschluss gingen wir über die DLK zur Brandbekämpfung vor, um die Flammen am Dachstuhl gezielt niederzuschlagen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Witterung blieb dabei ein ständiger Gegner: Glatte Flächen, eisiger Regen und die Kälte erschwerten jeden Handgriff – gleichzeitig durfte der Brandschaden nicht weiter fortschreiten.
 

Um auch die letzten Glutnester zuverlässig zu erreichen und eine erneute Entzündung auszuschließen, war ein umfangreiches Öffnen der Dachkonstruktion notwendig. In der Folge musste das Dach nahezu vollständig geöffnet werden – eine Maßnahme, die zwar kräftezehrend und zeitintensiv ist, aber entscheidend, um den Brand endgültig unter Kontrolle zu bringen und versteckte Brandstellen im Dachaufbau abzulöschen.


Der Einsatz konnte schließlich um 05:10 Uhr beendet werden. Damit war die Arbeit jedoch noch nicht abgeschlossen: Die Nachbereitung – Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, Materialpflege, Reinigung und Dokumentation – nahm nochmals rund zwei Stunden in Anspruch.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit zwischen den eingesetzten Ortsfeuerwehren Schermen, Pietzpuhl und Möser sowie dem Rettungsdienst und der Polizei. Ebenso möchten wir den benachbarten Anwohnerinnen und Anwohnern danken, die uns bei den widrigen Bedingungen mit warmen Getränken versorgt haben – eine kleine Geste mit großer Wirkung, die bei diesem nächtlichen Einsatz in der Kälte viel geholfen hat.
 

So hart der Einsatz auch war, besonders erschütternd ist das Ergebnis für die Betroffenen: Durch den Brand wurde das gesamte Doppelhaus unbewohnbar. Zwei Familien stehen sprichwörtlich vor dem Nichts. Um schnell und unbürokratisch zu helfen, wurde bereits eine private Spendenaktion ins Leben gerufen. 

Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Plattform GoFundMe unter folgendem Link: 

https://gofund.me/e67007d90

Wir wünschen den betroffenen Familien in dieser schweren Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und alles Gute.